Die wichtigsten Hinweise & Tipps zum Autokauf «««

Paar mit Kind schaut sich im Autohaus ein neues Fahrzeug an
Genau hinschauen: Wer ein Auto kauft, sollte sich umfassend informieren. Das gilt vor allem beim Gebrauchtwagenkauf. Quelle: CandyBox Images - 150636083 / Shutterstock.com

Ärgerlich: Eben noch schnurrte das Auto wie ein Kätzchen, und jetzt plötzlich ist der Wurm drin. Der Wagen springt nicht mehr an, irgendwo klappert etwas oder die Heizung ist ausgefallen. Ein neuer fahrbarer Untersatz muss her. Und zwar schnell, denn viele Menschen sind auf ihr Fahrzeug angewiesen. Worauf muss man beim schnellen Autokauf achten?

Die Auswahl ist riesig. Autos werden nicht nur an beinahe jeder Straßenecke angeboten, sondern vor allem im Internet. Zahlreiche Onlineportale locken die Kunden mit zahlreichen Modellen und attraktiven Finanzierungsmöglichkeiten. Da fällt die Wahl oft schwer. Noch schwerer wird es, wenn man vor der Frage steht: Online kaufen oder beim Händler? Beide Angebote unterscheiden sich oft deutlich voneinander. Letztendlich entscheidet auch der Preis. Gerade bei langfristigen Investitionen, wie beim Auto, lohnt es sich, auch einen Autokredit in Betracht zu ziehen. Dieser sollte jedoch nicht unbedacht aufgenommen werden. Sich vorher ausreichend über die Vor- und Nachteile eines Autokredits zu informieren ist genauso wichtig, wie das Vergleichen der Konditionen verschiedener Kreditgeber.

Autokauf beim Gebrauchtwagenhändler

Sie gleichen nicht selten Supermärkten, in denen Autos aller Art in Hinterhof-Atmosphäre angeboten werden: Die Gebrauchtwagenhändler. Wer einen schmalen Geldbeutel hat, kann hier ordentlich sparen. Wohlgemerkt: Kann. Denn nicht immer ist alles Gold, was glänzt. Der Autokauf bei einem Händler ist grundsätzlich eine gute Sache, denn der Händler muss die Gewährleistung tragen. Viele wollen sich dieser Gewährleistungspflicht jedoch entziehen, indem sie einen Trick anwenden.

Verkauf im Kundenauftrag

Verkauft ein Händler ein Auto im Auftrag eines Kunden, tritt er gewissermaßen nur als Vermittler auf. Der Kaufvertrag kommt also zwischen zwei Privatpersonen zustande. Und unter Privatpersonen gilt die Gewährleistungspflicht nicht. Daher: Immer fragen, wer das Fahrzeug verkauft und kontrollieren, wer im Kaufvertrag steht.

Gekauft wie gesehen gilt nicht für Händler

Was unter Privatpersonen durchaus üblich ist, gilt nicht für Händler. Der Passus „Gekauft wie gesehen“, also ein Ausschluss der Gewährleistung ist für Händler passé. Auch andere Aussagen, wie „Fahrzeug wird unter Ausschluss der Gewährleistung verkauft“ ist nicht zulässig. Manche Händler vermerken im Kleingedruckten sogar die Begriffe „Bastlerauto“ oder „Schrottfahrzeug“ – auch damit versuchen schwarze Schafe, die Gewährleistungspflichten zu umgehen. Achten Sie also genau auf derartige Formulierungen.

Vorsicht vor frisierten Tachos

Eine Manipulation des Kilometerstandes ist nicht immer leicht nachzuweisen. Aber es gibt einige Anhaltspunkte, die Sie beachten sollten. Fragen Sie den Händler nach den Berichten für die Haupt- und Abgasuntersuchung, lassen Sie sich das Scheckheft zeigen. Auch ein Blick in den Motorraum, wo Aufkleber vorhanden sein müssten, die den letzten Ölwechsel dokumentieren, kann hilfreich sein. Wenn der Händler keine Berichte oder Rechnungen vorweisen kann, sollte man misstrauisch werden.

Achten Sie auch auf den äußeren Zustand des Wagens. Abgegriffene Lenkräder oder Schalthebel, abgenutzte Pedale – das alles sind Hinweise auf hohen Verschleiß. Und der entsteht nur durch Betrieb. Eventuell sind in den Türrahmen Aufkleber vorhanden, die verraten, wo der Wagen ursprünglich gekauft wurde. Ein Anruf dort kann Klarheit bringen.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, fährt während der Probefahrt einfach zu einem seriösen Anbieter und lässt dort den Fehlerspeicher des Wagens auslesen. Dort wird häufig auch der Kilometerstand erfasst.

Alter Trick: „Angebot gilt nur für kurze Zeit“

Eine alte, aber oft effektive Methode, den Kunden zum Kauf zu bewegen, ist die Strategie der Verknappung. „Dieses Angebot gilt nur noch für kurze Zeit“ – das lässt viele Menschen sofort zuschlagen. In der Regel stimmt das aber gar nicht. Der Anbieter versucht nur, Sie unter Druck zu setzen, damit sie endlich ihre Unterschrift auf dem Kaufvertrag leisten. Außerdem kann der Händler den Wagen nicht wesentlich billiger anbieten, als seine Mitbewerber. Ein weiteres Schnäppchen sollte also schon bald zu finden sein.

Autokauf über ein Internetportal

Der größte Pluspunkt bei den vielen Auto-Internetportalen, ist die riesige Auswahl. Hier können Sie ganz genau nach ihrem Traumfahrzeug suchen. Nicht nur Marke, Farbe und PS – beinahe jedes Ausstattungsmerkmal kann ganz klar hinzu- oder abgewählt werden. Ob man lieber im Umkreis sucht oder die Suche auf ganz Deutschland oder gar Europa ausdehnen möchte, ist jedem selbst überlassen. Heraus kommt am Schluss jedoch das letztendliche Traumfahrzeug.

Woher weiß man, ob das Auto hält, was es verspricht?

Wer ein Fahrzeug im Internet kauft, kann sich nie ganz sicher sein, dass sich das Fahrzeug auch wirklich in dem angepriesenen Zustand befindet. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, fordert beim Verkäufer einen Werkstatt-Check ein. Dieser kostet um die 50 Euro und wird von einer fachkundigen Werkstatt kompetent durchgeführt. Anschließend wissen Sie genau, ob das Auto in Schuss ist oder nicht.

Das ist wichtig beim Gebrauchtwagenkauf

Fertigen Sie eine Checkliste an. Damit laufen Sie nicht Gefahr, etwas zu übersehen. Unter anderem sollten auf dieser Liste folgende Punkte notiert sein:

Eine komplette Checkliste des ADAC finden Sie im Internet.

Fazit

Wer ein neues Auto kaufen will, sollte sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Ein umfangreicher Preisvergleich gehört ebenso dazu, wie die Information, dass für private und gewerbliche Verkäufer unterschiedliche Vorschriften bestehen. Bleiben Sie objektiv und schauen Sie genau hin. Allzu oft werden alte Reifen mit schwarz-glänzender Farbe behandelt. Rost, den man nicht auf Anhieb erkennt, wird häufig verschwiegen. Auch Angaben, wie „Scheckheftgepflegt“, sowie der Kilometerstand sollten ganz genau unter die Lupe genommen werden. Lassen Sie das Fahrzeug von einer unabhängigen Werkstatt auf Herz und Nieren prüfen. Dann steht dem neuen fahrbaren Untersatz kaum mehr etwas im Wege.

Bildquelle:

CandyBox Images - 150636083 / Shutterstock.com

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